Reformierte Kirche Bühler

Freitag, 11.03.2016

Neulich beim Konfgespräch

Die Konfirmation rückt näher. Die heisse Phase hat begonnen. Die Jugendlichen bereiten ihren Gottesdienst vor. Für mich ist das die Zeit, in der ich die Konfgespräche anbiete. Das sind freiwillige Gespräche, bei den Jugendlichen zu Hause, mit ihren Eltern.

Dann sitzen wir gemeinsam an einem Tisch und sprechen über das, was ansteht. Manchmal erinnern wir uns auch an die Zeit, als die Jugendlichen noch wirklich Kinder waren. Ganz klein und unerfahren. Wir gucken Bilder von damals, manchmal auch von der Konfirmation der Eltern. Es ist spannend zu sehen, mit welchen Hoffnungen und Wünschen die Eltern mit ihren Kinder damals gestartet sind - und wo sie heute stehen. Die Jugendlichen. Und die Eltern.

Für das Familiengefüge ist dieser Schritt der Jugendlichen hinein in die Welt der Erwachsenen ein Umbruch. Jetzt steht für viele Jugendliche der grosse Schritt in die Lehre bevor. Endlich können sie das lernen, was sie interessiert. Andere haben den Schritt zur Kanti bereits hinter sich gebracht. Welchen Weg auch immer die jungen Menschen gehen: für die Eltern heisst das auch, dass sie noch ein bisschen mehr loslassen. Dass die Jugendlichen noch ein bisschen selbständiger werden sollen und müssen. Da ist es gut zu wissen, dass die Eltern trotzdem weiterhin da sind. Dass sie mithelfen und Orientierung bieten.

Die Konfirmanden 2016: Joel Bruderer, Aaron Schläpfer, Marcel Mösli, Janik Diem, Reto Hohermuth, Tatjana Meier, Stefanie Gugger, Belinda Schläpfer, Livia Levy, Stephanie Balsiger

Aber mehr und mehr werden die dann bald Konfirmierten ihren eigenen Weg gehen. Irgendwann ziehen sie aus und nehmen das Leben selbst in die Hand. Ich selbst habe diese Erfahrung als Vater noch nicht gemacht. Unser Ältester ist gerade 11 geworden. Aber ich merke, dass auch er mehr und mehr seinen eigenen Weg geht und seinen eigenen Interessen folgt. Wie wird sich das in fünf Jahren anfühlen, wenn er den Schritt des Konfirmanden macht?

Ich bin sehr gespannt. Und ich möchte darauf vertrauen, dass unsere Kinder ihren Weg mit Gott gehen. Wir haben versucht (als Eltern und als Kirchgemeinde), das Fundament zu legen, auf dem sie ihr Lebenshaus bauen können. Wenn sie erwachsen werden, übernehmen sie selbst die Verantwortung für ihren Glauben. Ich hoffe, sie können vertrauen. Und von einer alten Frau im Altersheim habe ich gelernt, dass wir in der Fürbitte die Menschen, die uns am Herzen liegen, der Pflege Gottes anvertrauen können. Dass wir in seine Hände legen, was wir loslassen (müssen). Dass tut ihnen gut. Und mir auch.

Lars Syring

Pfarrer in Bühler

Kolumne zum Sonntag für das Gaiser Blatt